Montag, 18. Januar 2021

Gästebuch zur Hochzeit

 

Manchmal habe ich die große Ehre, zu einem besonderen Anlass ein Fotoalbum oder Gästebuch herstellen zu dürfen. Das ist mir immer eine besondere Freude, wie auch schon vor einigen Jahren bei diesem Gästebuch.

Vor bereits über zwei Jahren ereilte mich diese Ehre noch einmal. Wieso ich dieses Buch bisher hier noch nicht gezeigt habe, weiß ich gerade selbst nicht genau, aber heute ist es endlich soweit.

Gewünscht war wie auch damals, dass das Buch zu den Einladungen passt. Darum habe ich Motiv und Schriftart der Einladung wieder aufgegriffen und ein Motiv zusammen gestellt, das auf heller Elefantenhaut ausgedruckt wurde. Anschließend habe ich im Format 25 x 25 cm ein klassisches Buch in Fadenheftung hergestellt und die Deckel in die selbst erstellten Ausdrucke eingebunden. Statt Leinenecken habe ich Metallecken verwendet, die ich persönlich auch immer sehr schön finde.

Ich glaube, das Buch wurde am Ende dann doch mit sehr vielen Fotos gefüllt und hätte ich das geahnt, hätte ich ein Fotoalbum mit zusätzlichen Streifen zum Ausgleich der Steigung hergestellt statt eines klassischen Buches. Aber das ist eben auch einfach nur der Perfektionist in mir, den das stört - das Brautpaar störte sich daran glücklicherweise überhaupt nicht.

Es war übrigens auch eine ganz bezaubernde freie Trauung und eine wunderschöne Feier im Anschluss. Ich hoffe, das Brautpaar kann auch mit Hilfe dieses Gästebuches noch lange an diesen besonderen Tag zurück denken. :)


Bis bald,

Eure Gerdi



Anleitung für eine Fadenheftung

Anleitung für einen Halbgewebeband

Material: selbst bedruckte ElefantenhautBuchbinderleinen vom örtlichen Papierladen, Skizzenpapier von Boesner



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Montag, 4. Januar 2021

Triple Chain Stitch

Triple Chain Stitch - Mini leather book

Wer mein Blog schon etwas länger verfolgt, wird festgestellt haben, dass ich meist eher Bücher in klassischen Halbgewebebänden herstelle, vor allem Fotoalben. Doch eigentlich experimentiere ich ja auch sehr gerne und war schon immer sehr angetan von solchen Bindungen, die man gut mit (Kunst-)Leder kombinieren kann. Wieso ich nicht schon viel mehr solcher Bücher gebunden habe, weiß ich selbst gar nicht so genau. :)

Vor einiger Zeit hatte ich mal ein Buch mit einem so genannten Snowshoe Stitch gezeigt. Dieses Buch hier ist nach dieser tollen und einfachen Anleitung entstanden und nennt sich Triple Chain Stitch. Allerdings habe ich das Buch etwas erweitert. Eigentlich werden nur drei Papierlagen am Leder angeheftet, ich habe jedoch fünf Lagen genommen und so das Muster am Buchrücken erweitert.


Das hier verwendete Leinenpapier mit einer interessanten Oberflächenstruktur habe ich "böserweise" gegen die Laufrichtung verarbeitet. Standardmäßig verläuft die Laufrichtung bei Din A4 Papier in Schmalbahn und dann drückt man auch mal zwei Augen zu, wenn man gern ein Buch in A7 herstellen möchte. ;) Bei dieser Art der Bindung, die ohne Leim auskommt, finde ich es auch nicht ganz so dramatisch. Würde man mit Leim arbeiten, wäre es sehr viel kritischer und könnte zu einem unschönen Wellen des Papiers führen.

Triple Chain Stitch auf fünf erweitert

Für den Einband habe ich Kunstleder verwendet, das ich mal in einem Schreibwarenladen in ganz vielen verschiedenen Farben in 50x70 cm zugeschnitten entdeckt hatte. Natürlich musste ich es in meiner Lieblingsfarbe mitnehmen. ;)
Der Faden ist ein Bäckergarn, das weiß/grün ist. Vor dem Verarbeiten habe ich es mit Bienenwachs gewachst, damit es besser durch das Papier gleitet und sich nicht so leicht verknotet.
Zum Verschließen habe ich eine 1 mm dicke Baumwollkordel befestigt, um das Buch gewickelt und am Ende noch eine Perle aufgezogen, die das Band an Ort und Stelle hält.


Wenn ihr nicht vor englischen Anleitungen zurückschreckt, dann solltet ihr euch bei Vintage Page Designs mal genauer umschauen. Ich finde, das ist ein ganz tolles Blog mit vielen Anregungen, Ideen und kostenlosen Anleitungen. Als Anfänger wäre das für mich damals das Paradies gewesen! :)

Bis bald,
Eure Gerdi


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Montag, 28. Dezember 2020

Fotoalbum-Reihe #13

Fotoalbum mit Buchschrauben

Immer wenn ich Fotoalben nach der klassischen Variante mit Fadenheftung herstelle, habe ich danach Papier übrig, das ich zum Ausgleich der Steigung zwischen den Seiten platziert hatte. Für kleinere Bücher könnte man das Papier noch gut nehmen, sofern es kein Fotokarton ist. Aber auch das 170 g/m² schwere Skizzenpapier, das ich mittlerweile gern für Fotoalben verwende, ist für kleine Tage- oder Notizbücher nach meinem Empfinden eher ungeeignet.

Fotoalbum mit Buchschrauben

Daher verwende ich es sehr gerne noch für Fotoalben mit Buchschrauben. Hierfür muss man das Papier nicht falten und es behält das große Format von ca. 25 x 25 cm. Außerdem bin ich ja noch dabei, meine Fotoalben mit Buchschrauben zu optimieren. Meine bisher gezeigten Ergebnisse hier und hier hatten nämlich noch ganz viel Verbesserungspotential. Außerdem habe ich im Netz nach Anregungen gesucht, denn bei den Alben mit Buchschrauben gibt es ganz viele tolle Gestaltungsmöglichkeiten, die ich gar nicht in meinem eigenen Hirn erfinden kann. :)

Bei diesem Album hier habe ich Fotokarton verwendet, insgesamt sind es ca. 30 Blatt, so dass 60 Seiten entstehen. Zum Glück kann ich hier auf die Hilfe des Bücheronkels zurückgreifen, der in seiner Werkstatt eine Papierbohrmaschine hat, so dass ich die Löcher nicht von Hand bohren muss. Bei so vielen Seiten ist das verdammt viel Arbeit und wird auch nie ganz gleichmäßig. Mit der Bohrmaschine ist das aber nur eine Sache von Sekunden!

Vom Album mit dem Salamander habe ich die Idee übernommen, dass die Seiten Scharniere erhalten. Das ist eine aufwändige Prozedur von Hand, aber gerade bei der Bindung mit den starren Buchschrauben bisher die beste Variante, damit man die Seiten gut blättern und aufschlagen kann, denn das Rillen des Fotokartons hat sich für mich nicht bewährt. Das Ergebnis entschädigt den Aufwand normalerweise.

Washi Tape zum Aufhübschen der Scharniere an den Seiten

Da ich das weiße Filmoplast P für die Scharniere der Seiten nicht so ansprechend finde, habe ich hier mit Washi Tape experimentiert und muss sagen: es ist dann natürlich noch mehr Aufwand. xD Außerdem ist der Verbrauch an Washi Tape enorm. Für dieses Buch mit den vielen Seiten hat mir eine Rolle Washi Tape gar nicht gereicht, ich habe insgesamt drei Rollen (mit je 5 m Tape) verbraucht, daher sind es nun drei verschiedene Motive geworden. Wiederholen würde ich das vermutlich nicht mehr, da ich es auch optisch nicht so perfekt finde - sofern mir nicht ein großzügiger Mensch irgendwann mal Unmengen an Washi Tape mit demselben Motiv schenkt, so dass es für ein komplettes Album reicht. xD

Fotoalbum mit Buchschrauben

Stattdessen habe ich aber schon eine andere Idee, um das weiße Filmoplast aufzupeppen, dazu bin ich aber bisher noch nicht gekommen. Vielleicht in naher Zukunft mal. Das Schöne an solchen Büchern mit Buchschrauben ist ja: man kann die Seiten auch später noch einmal heraus nehmen und verändern, wenn man das möchte. Oder der Einband gefällt nicht mehr? Dann kann man auch einfach neue Deckel herstellen.

Motiv: Blood vessels, Transmitted light brightfield. Acquired with ZEISS Axiolab 5.

Weiter zum Einband: Bei diesem Album hier habe ich mich für eine Variante mit geschlossenem Buchrücken entschieden. Normalerweise stelle ich immer zwei Deckel her, so dass der Rücken dann offen ist und man leider auch die Ungleichmäßigkeit der Seiten sieht. Denn nach dem Herstellen der Scharniere für jede Seite hat der Block leider nicht mehr den glatten Schnitt wie nach dem Schneiden. Von Hand ist mir das auch ehrlich gesagt zu viel Mühe, da dann noch halbe Millimeter zurecht zu schneiden, daher lasse ich es so. Bei diesem Einband wird der Buchschnitt aber zumindest im geschlossenen Zustand verdeckt, da die Buchdeckel miteinander verbunden sind. Am hinteren Deckel habe ich die Buchschrauben befestigt, am vorderen jedoch nicht. Stattdessen gibt es zum Befestigen der Schrauben nur innen ein schmales Stück Pappe, das ich mit Leinen bezogen habe.

Fotoalbum mit Buchschrauben

Beim hinteren Deckel habe ich es leider versäumt, ebenfalls ein Scharnier einzuarbeiten, so dass die Seiten sich zwar theoretisch gut aufschlagen lassen müssten, es aber praktisch nicht tun, weil der hintere Deckel nicht wegklappen kann. Das stört mich ein bisschen. Aber da ich außerdem den Buchrücken viel zu hoch gemacht habe (wobei das den Vorteil hat, dass man noch ganz viele Seiten einfügen könnte, wenn man längere Schrauben verwendet) und außerdem vergessen habe, zusätzliche Kartonstreifen einzuarbeiten, um die spätere Steigung durch eingeklebte Fotos auszugleichen, ist das Album sowieso noch ein paar Schritte davon entfernt, zur Standardvariante für meine Fotoalben mit Buchschrauben zu werden. :)

Trotzdem gefällt mir aber die Variante mit dem geschlossenen Rücken prinzipiell sehr gut und hat auf jeden Fall Ausbaupotential.

Motiv: Blood vessels, Transmitted light brightfield. Acquired with ZEISS Axiolab 5.

Das Motiv auf dem Einband stammt übrigens aus dem Zeiss Microscopy Kalender 2020, der mir auf der Arbeit (ich arbeite in einem Forschungslabor) als Werbegeschenk auf den Schreibtisch gelegt wurde. Glücklicherweise habe ich den Kalender doppelt bekommen, so dass ich die schönen Motive sowohl für vorn als auch für hinten verwenden kann. In diesem Fall hier habe ich mich für die Blutkörperchen entschieden, da wir bei uns im Labor auch viel mit Zellen arbeiten, die wir aus Blut gewinnen. Anscheinend war das Motiv aber auch das Motto beim Herstellen dieses Albums: kurz vor der Fertigstellung habe ich mir beim Schneiden eines Stück Leinens sehr tief in den linken Zeigefinger geschnitten. In der Notaufnahme des Krankenhauses war glücklicherweise nicht viel los und da ich Glück im Unglück hatte, musste auch nichts zusammen geflickt werden. Aber das Album wollte wohl unbedingt Blut sehen. xD Seitdem überlege ich, ob ich mir nicht mal Schnittschutzhandschuhe zulegen sollte, wenn ich weiterhin mit Stahllineal und Cutter arbeite. Für eine Pappschere fehlt mir der Platz und für den Hebelschneider sind meine Papiere eigentlich immer viel zu groß. Ich habe zwar ein großes Schneidlineal, aber das finde ich irgendwie unhandlich und umständlich.

Womit schneidet ihr denn am liebsten Papier? :)

Bis bald,

Eure Gerdi



Anleitung Leinenecken

Einband Motiv: Blood vessels, Transmitted light brightfield. Acquired with ZEISS Axiolab 5. Aus dem Zeiss Microscopy Kalender 2020, der ein Werbegeschenk war.


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Montag, 21. Dezember 2020

Seelenbücher



Kürzlich habe ich erzählt, wie ich zum Buchbinden fand und erwähnte in dem Blogeintrag die Seelenbücher. Ich finde, dass sie einen eigenen Eintrag verdient haben, denn ich widmete den Seelenbüchern nicht nur auf kreative Art und Weise meine Zeit.

Die Seelenbücher waren ein Projekt von ein paar Mädels in einer gemeinsamen WG in Köln, die über die Plattform livejournal.com eine Community gegründet hatten, um Interessierte zu finden, die mitmachen wollten. Die Idee war, leeren Büchern durch kreative Einträge Seele einzuhauchen, daher der Name "Seelenbücher". Bücher mit Seele.

2002 begann das Projekt. Als ich 2005 dazu stieß, war die Community schon recht gut gewachsen und erfreute sich großer Beliebtheit. Es gab bereits viele Bücher, die unterwegs waren, und die Wartelisten waren recht lang. Es dauerte eine Weile, bis man das erste Seelenbuch in Händen halten konnte, um sich darin ebenfalls zu verewigen, aber was war das für eine Besonderheit. So unfassbar schöne Bücher waren das, so kostbar und besonders, wenn man endlich die Ehre hatte, die nächste Person auf der Liste zu sein, die ein Buch erhalten sollte.

Das Sonnenblumenbuch - das erste ging auf dem Postweg verloren




Sogar eine eigene Webseite wurde irgendwann programmiert und online gestellt, um dem großen Andrang der Interessierten gerecht zu werden. Zu kompliziert und aufwändig wurde irgendwann das Austauschen von Informationen über die Community. Es wurde schwierig, die Buchwege zu verfolgen und den Überblick zu behalten, wer sich für welches Buch eingetragen hatte und als nächstes an der Reihe war. Adressen mussten per Kommentar oder Mail ausgetauscht werden, was nicht immer reibungslos klappte. Mit der Webseite wurde vieles einfacher und übersichtlicher und sie sollte helfen, dass alles reibungsloser klappte.

Das kleine Herbstbuch



Falls ihr dem Link zur Community oder Webseite gefolgt seid, werdet ihr festgestellt haben, dass die Seelenbücher nun schon seit vielen Jahren nicht mehr aktiv sind. Was ist passiert? Ich grübele nach so langer Zeit manchmal noch darüber nach, wieso die Seelenbücher irgendwann "gestorben" sind.

Mit dem Wachsen der Community wuchsen leider auch die Probleme. Fristen wurden nicht eingehalten, obwohl es doch so einfach schien, die Frist für ein Buch zu verlängern oder das Buch an die nächste Person weiterzugeben, wenn man merkte, dass man doch keine Zeit hatte. Zumindest dachte man das - für einige schien es jedoch eine unüberwindbare Hürde zu sein.

So blieben immer häufiger Bücher bei Personen hängen und reisten einfach nicht weiter. Die Gründerinnen mussten immer häufiger "Problemfälle" bearbeiten, sprich immer wieder anschreiben oder gar anrufen und nachfragen und darum bitten, dass die Bücher doch bitte weiter geschickt werden. Trotzdem sind bis heute einige Bücher verschollen geblieben. Man muss zugeben, dass das aber auch z.T. Schuld der Post war, weswegen viele Bücher irgendwann die Bedingung hatten, per Einschreiben verschickt zu werden, um besser nachforschen zu können, was auf dem Postweg passiert ist.

Memorial - ein Buch in Gedenken an liebe Menschen




Ich glaube, dass mehrere Faktoren am Ende dazu beitrugen, dass das Ende der Seelenbücher eines Tages bevorstand. Könnte es eine Rolle gespielt haben, dass die Mitglieder der Community überwiegend zwischen 16 und 30 Jahren alt waren, mehrheitlich Schüler, Studenten oder junge Berufstätige? Wenn ich mich nämlich jetzt so auf vielen Kreativblogs umschaue, die erfolgreich ähnliche Buchprojekte vollführen, sind die meisten Beteiligten dann doch eher schon älter - sie stehen voll im Leben, sind im Normalfall in der Lage, die Versandkosten zu tragen, und vor allem nehmen sie sich meist bewusst Zeit für ihre Kreativität. Hoffentlich fühlt sich niemand von dieser Theorie auf den Schlips getreten - vielleicht täusche ich  mich auch völlig. ;)

Vielleicht kam hinzu, dass die Idee am Anfang für jeden neu und aufregend war und irgendwann einfach abebbte? Vielleicht waren manche dann doch enttäuscht von dem, was sie in Händen hielten, und maßen der Sache weniger Besonderheit zu als andere? Vielleicht wurden es irgendwann zu viele Mitglieder und das Projekt nur noch schwer beherrschbar? Immer mehr Regeln waren notwendig - vielleicht wurde das manchen einfach zu viel?

Schicksalsbuch



Jedenfalls wuchs der Frust mit der Zeit immer mehr. Einige der Gründerinnen, die sich um das Projekt kümmerten, wollten einfach nicht mehr und waren müde vom fruchtlosen Nachforschen. Ich bot mich an, einzuspringen, weil mir das Projekt am Herz lag. Ich mühte mich ab, nach den Büchern zu forschen, damit jedes irgendwann den Weg zurück zu seinem Besitzer finden würde.

Auch der Frust bei den Mitgliedern wuchs mit der Zeit und das Interesse wurde weniger. Viele waren enttäuscht, weil ihre Bücher auf der Strecke blieben. Viele mussten sich eingestehen, dass sie nicht die nötige Zeit hatten, den Büchern die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie verdienten, und zogen sich aus Respekt vor den Besitzern lieber zurück. Vielen wurde das Projekt auch einfach zu teuer, denn es waren auch richtig große, schwere Bücher dabei, häufig mit Zusatzkosten für Einschreiben. Außerdem gab es Mitglieder im Ausland, das Porto dorthin war natürlich noch viel teurer - für viele Schüler und Studenten irgendwann einfach nicht mehr bezahlbar.


Gedichtband



Es gab zwar immer neue Bücher, die Begeisterte auf den Weg bringen wollten, doch es gab immer weniger Mitglieder, die bereit waren, sich einzutragen. Das einstmals rege Treiben kam immer mehr zum Erliegen. Wir beschlossen daher irgendwann, die Community vorerst stillzulegen, damit die Bücher, die noch unterwegs waren, zu ihren Besitzern zurück kommen. Für die meisten Bücher klappte das auch und jedes dieser Bücher ist ein Erfolg. Doch leider blieben auch viele Bücher verschollen und somit unvollendet.

Lange hielt die letzte verbleibende Gründerin daran fest, die Webseite, die einige Bugs hatte, überarbeiten zu wollen, um nach einer Pause wieder mit neuem Elan durchzustarten, doch es passierte einfach nichts mehr. Irgendwann strich auch ich die Segel, frustriert vom erfolglosen Nachforschen. Zu einem Neustart der Seelenbücher kam es nie und ich glaube auch nicht, dass es irgendwann doch noch dazu kommen wird.
Manchmal frage ich mich, was man hätte anders machen können, oder ob es einfach unaufhaltsam war.

Meine eigenen Seelenbücher haben alle bis auf eines, das auf dem Postweg verschwand, den Weg wieder zu mir nach Hause gefunden. Wunderschöne Einträge sind darin und ich nehme sie immer wieder gerne in die Hand, um darin zu blättern. Manchmal frage ich mich, ob ich sie vielleicht wieder auf den Weg bringen könnte, damit sie irgendwann noch voll werden, doch wie und mit wem und überhaupt, das ist mir noch nicht klar.

Dieses Buch habe ich "Windows XIV" genannt



Darin ist Platz für 14 Fenster...

...und das, was man entdeckt, wenn man "durch" die Fenster schaut.

Das ist die Geschichte der Seelenbücher. Was denkt ihr darüber? Denkt ihr, das Projekt war irgendwann zu groß und hätte in einem kleineren Rahmen bessere Chancen gehabt? Was hätte man anders machen können? Habt ihr selbst schon an ähnlichen Projekten teilgenommen und hat das alles reibungslos geklappt? Wie sind eure Erfahrungen, habt ihr überhaupt Interesse an solchen gemeinschaftlichen Projekten?
Erzählt doch mal, ich bin neugierig und gespannt auf jeden Gedanken, der euch dazu kommt. :)

Bis bald,
eure Gerdi


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Montag, 14. Dezember 2020

Fotoalbum-Reihe #12

Oh, was ist das? Es ist ein... Fotoalbum! Schon wieder! ;) Und wer schon länger hier mitliest, wird vermutlich denken: "Moment, den Einband kenne ich doch!" Fast - denn das Papier habe ich bereits für dieses Fotoalbum verwendet, das ebenfalls einen gekauften Buchblock enthält. Jedoch habe ich für das zweite Album dann doch passendes Leinen in türkis besorgt, so dass zumindest der Buchrücken anders aussieht. Außerdem hat das Album dann auch noch leinenbezogene Ecken bekommen.

Vielleicht fragt ihr euch ja, was ich eigentlich mit so vielen Fotoalben anstelle. Ich glaube, ich habe es auch schon manchmal erwähnt: Die Fotoalben sind Geschenke an liebe Kollegen, die uns wieder verlassen. Meist ist es gleichzeitig ein Geschenk zur erfolgreichen Verteidigung der Doktorarbeit. Die Alben enthalten dann Fotos der Kollegen und die meisten haben sich dann auch noch mit vielen lieben Worten an den Beschenkten darin verewigt.

Das ist alles immer etwas aufwändig, aber bisher hat sich das meiner Meinung nach immer gelohnt. Ein solch persönliches Geschenk in einem einzigartigen Fotoalbum hat ganz bestimmt nicht jeder. :)



Bis bald,
Eure Gerdi




Anleitung Halbgewebeband
Anleitung Leinenecken

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