Montag, 22. Januar 2018

Handgebundenes Tagebuch mit Stoff vom Stoffmarkt


Uff, sehr lange habe ich hier nichts gezeigt, muss ich zugeben. So vieles ist privat in der Zwischenzeit passiert, von dem ich hier gar nicht groß berichten werde. Aber zeigen möchte ich auch weiterhin Bücher und Arbeiten aus Papier. Ich weiß nicht, wie regelmäßig das in Zukunft sein wird, aber es gibt bereits ein paar Bücher, die ich zeigen kann, also kommt hier gleich das erste.


Dieses Buch ist noch 2016 entstanden. Ich hatte in diesem Beitrag zumindest schon den Buchblock als Rohbau gezeigt. Mein Lebensgefährte hat den Block selbst geheftet und in seinem Blog Schritt für Schritt davon berichtet.


Die Besonderheit ist, dass der Einband mit einem selbst kaschierten Stoff eingebunden wurde. Als wir auf dem Stoffmarkt waren, hatten wir zwei Baumwollstoffe gekauft, die ihr hier auf dem Foto sehen könnt. Diese wurden mit dünnem Chinapapier auf der Rückseite kaschiert, so dass sie sich anschließend fast wie Buchbinderleinen verarbeiten lassen.


Allerdings nur fast, denn das Kaschieren von Baumwollstoff muss ich noch ein wenig optimieren. Mein Hauptproblem beim Verarbeiten für den Einband war, dass der Stoff stellenweise nicht ganz so gut am Chinapapier haftete. Vermutlich zu wenig Leim oder zu schnell angetrocknet oder nicht gewissenhaft genug den Stoff auf dem Papier glatt gestrichen... Jedenfalls entstanden dadurch kleine Luftblasen zwischen Stoff und Chinapapier, die sich zum Glück größtenteils wieder raus streichen ließen.


Das Endergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen, finde ich. Das Buch ist mittlerweile auch schon längst voll geschrieben - es wäre also eigentlich an der Zeit, wieder ein neues zu binden. :)

Bis bald,
Eure Gerdi



Anleitung Fadenheftung
Anleitung Ganzgewebeband

Freitag, 21. Oktober 2016

Fotoalbum-Reihe #5



Bei diesem Fotoalbum habe ich nur den Einband selbst hergestellt. Ich wollte mal testen, wie gut sich ein fertiger Buchblock verarbeiten lässt, der im Prinzip günstiger war als das Material, das ich sonst zur Herstellung eines Buchblocks verwende. Der Buchblock ist schon komplett fix und fertig und enthält sogar Spinnenpapier zwischen den Seiten zum Schutz der Fotos. Solche Buchblöcke gibt es in verschiedenen Größen und Varianten, auch als Notiz- oder Adressbücher, Kalender oder Kochbücher.


Es ist auf jeden Fall bequem und von Vorteil für diejenigen, die z.B. keinen Zugang zu einem Stapelschneider haben, um den Buchblock schneiden zu lassen, aber auch für diejenigen, die sich nicht so sehr für das Heften des Buchblocks begeistern können. Ich persönlich mache das sehr gerne, aber es gibt viele, die sich am liebsten bei der Herstellung der Bucheinbände kreativ ausleben.


Der Einband, den ich hergestellt habe, ist ein Halbgewebeband mit Leinenecken. Was ein bisschen tricky war, war das Einhängen des Buchblocks in den Einband. Bei den Buchblöcken, die ich sonst selbst mache, lege ich immer Papier zwischen die Seiten, so dass die Steigung zwischen Buchschnitt und Buchrücken ausgeglichen wird und die Verarbeitung einfacher wird. Bei dem fertigen Buchblock hier gab es das aber nicht und ich hatte auch selbst nicht soweit gedacht, Papier einzulegen, um die Steigung auszugleichen. Das hat das Einhängen doch ein wenig erschwert, weil sich der Vorsatz auf der einen Seite nicht richtig an den Buchdeckel anschmiegen wollte. Aber mit ein bisschen Gewalt Geduld habe ich es doch geschafft und es ist ein schönes Fotoalbum geworden. Ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, häufiger solche fertigen Buchblöcke zu verarbeiten. Ich war mir lange Zeit zu "fein" dazu, weil ich ja schließlich selbst Buchblöcke herstellen kann ;) und da viel freier in der Wahl des Papiers bin und auch die Größe selbst bestimmen kann. Aber eigentlich sind die fertigen Buchblöcke qualitativ wirklich sehr gut und meist (wenn überhaupt) nicht viel teurer als das Material, das man für einen Buchblock kaufen würde. Und man hat damit dann viel weniger Arbeit.


Als ich den Einband für dieses Album herstellte, hatte ich noch keinen bestimmten Zweck dafür im Kopf. Ich wühlte wie immer in meiner kleinen Papiersammlung herum und fand dieses silber gemusterte Papier, das ich schon vor einiger Zeit gekauft hatte, und ich hatte auch noch silberfarbenes Leinen. Es passte einfach perfekt zusammen.
Als ich dann erfuhr, dass eine Kollegin von uns am 10. September gestorben war und meine Kollegen der Familie in China gerne zur Erinnerung ein Fotoalbum schenken wollten, in dem Fotos von unserer Kollegin zeigen sollten, dass sie sich hier in Deutschland gut eingelebt hatte und wir sie alle sehr mochten und schätzten, wusste ich, dass es dieses Album sein würde, das ich dafür zur Verfügung stellen würde. Mittlerweile ist dieses Album also voller Fotos von dieser Kollegin, zusammen mit ihrem Mann und mit Freunden, und natürlich auch ein paar Gruppenfotos von unserer Arbeitsgruppe. Ihr Mann hat es vor ein paar Wochen schon mit in die Heimat genommen.
Wir sind alle sehr betroffen darüber, was passiert ist, denn besagte Kollegin war erst 32 Jahre alt und starb an einer Autoimmunerkrankung, gegen die die Ärzte einfach nichts ausrichten konnten. Damit gerechnet hatte keiner, daher waren wir umso mehr geschockt. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich das erst für den Ehemann sein muss. Mir fehlen einfach die Worte.

Bis bald,
eure Gerdi

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Leinenkreise



Was ich unbedingt häufiger machen sollte, ist das Verwenden von Sprüh-Acrylfarbe und dann das Leinen selbst zu gestalten. Damit kann man wunderschöne Sachen machen, wie bei der Sommerpost 2014. Was wohl aus den Büchern, die ich verschickt habe, geworden ist?

Aber hier in diesem Fall war meine Idee, ganz schlichte Kreise und Ringe auf das Leinen aufzusprühen, damit es zu dem Papier passt, das ich gern zum Kaschieren innen verwenden wollte. Ich hatte noch Reste von einem lilafarbenen Papier mit Ringen und Kreisen, das ich auch für eines dieser drei Alben verwendet hatte.

Auf dem Foto oben habe ich erst einmal nur grob geübt. Das Ergebnis auf dem Leinen seht ihr hier:


Ich bin ziemlich unzufrieden, weil das Leinen ein wenig fleckig geworden ist. Dass zusätzlich unterschiedliche weiße Schatten entstanden sind, finde ich gar nicht so schlimm, aber insgesamt finde ich das Ergebnis einfach unsauber. Aus Zeitmangel habe ich das Leinen trotzdem verarbeitet. Das Endergebnis kann ich leider nicht zeigen, da ich vergessen habe, Fotos zu machen...
Aber es ist wieder ein schlichtes Album mit Heftringen wie bereits HIER und HIER geworden. Es war ebenfalls ein Abschiedsgeschenk für eine Kollegin, die uns verlassen hat. Ich selbst fand das fertige Album nicht besonders schön, aber meine Kollegen fanden es alle ganz großartig und besonders eine Kollegin fand sogar, dass es das bisher schönste sei, das sie von mir gesehen hatte. Naja - ich glaube, sie fand es deshalb so toll, weil ihre Lieblingsfarbe lila ist. ;)

Bis bald,
eure Gerdi

Dienstag, 27. September 2016

Fotoalbum-Reihe #4



Wie bereits bei Album #3 habe ich auch bei diesem hier Heftringe verwendet. Das Format ist wieder ungefähr 25 x 25 cm und die Seiten bestehen aus Fotokarton, der beim Binden eines klassischen Fotoalbums übrig geblieben war.


Das Papier für den Buchdeckel habe ich einem kleinen Papierladen in Saarbrücken gekauft, mir gefiel das Motiv unheimlich gut.
Die Innenseiten der Buchdeckel habe ich mit Marmorpapier kaschiert, das ich wie schon beim vorherigen Album in einem Papierladen in Dresden gekauft hatte. Die Farben sind recht ähnlich, aber das Muster ein wenig anders.


Der einzige weitere Unterschied ist, dass ich bei den Buchdeckeln innen darauf geachtet habe, dass der Bereich der Löcher noch mit Leinen kaschiert ist, da Leinen stabiler ist als Papier.


Das Album wurde auch bereits von mir verschenkt an eine Kollegin, die uns Ende Juni verlassen hat. Wie immer habe ich darin Fotos aller Kollegen gesammelt, die sich dazu noch mit netten Grüßen austoben durften.

Wie sich das Album auffächert, wenn man Fotos einklebt, gefällt mir noch nicht so ganz, ich bin aber noch nicht ganz schlüssig, wie ich das Verhalten verbessern kann. Bleibt nur weiter ausprobieren.

Bis bald,
eure Gerdi

Sonntag, 18. September 2016

[Handmade book of the month] Snowshoe stitch



Das Buch, das ich euch diesen Monat gern aus meinem handgemachten Fundus zeigen möchte, ist schon ca. 6 Jahre alt. Mit Hilfe dieser Anleitung entstand dieses Buch.


Es ist eine einfache Heftung mit nur zwei Heftlagen, die mit einem sogenannten "snowshoe stitch" an den Ledereinband geheftet wird. Das Muster, das dadurch am Buchrücken entsteht, erinnert ein bisschen an einen Schneeschuh, wenn er zugebunden ist, daher wahrscheinlich der Name. Ich habe nicht genauer recherchiert, aber wahrscheinlich ist es eine Variante eines simplen "long stitch" (Langstichheftung).


Das Format des Buches ist in etwa Din A6. Mit einem Wellenschnitt wollte ich den Seiten ein interessantes Aussehen geben.

Mittlerweile gehört das Buch meinem Partner, nachdem ich es seit Ende letzten Jahres mit allerlei Gedanken von mir gefüllt hatte. Wenn mich nicht alles täuscht, trägt er es immer in seiner Tasche mit sich herum.

Bis bald,
eure Gerdi
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