Dienstag, 17. September 2013

[Rezension] Philips Airfryer XL

Der Test des Airfryer bei leckerscout.de neigt sich dem Ende zu und nachdem ich hier einige Fotos von Gerichten, die wir damit zubereitet haben, gezeigt habe, möchte ich euch meine abschließende Meinung natürlich nicht vorenthalten.



Die genauen Produktdetails findet ihr HIER bei philips.de, daher komme ich gleich zu meinen Eindrücken vom Gerät.

Ausstattung und Verarbeitung (3/5):
Der Airfryer wird mit Bedienungsanleitung und einem internationalen Rezeptheft geliefert. Ansonsten gibt es kein Zubehör, man kann aber z.B. eine zusätzliche Backform, die genau reinpasst, nachkaufen. Da muss ich vielen meiner Mittester zustimmen, dass sowas bei diesem enorm hohen Preis von 300 € inbegriffen sein sollte.
Das beiliegende Rezeptheft ist auf jeden Fall sehr hilfreich, da man hier viele Anregungen für verschiedene Gerichte erhält.
Bei der Verarbeitung muss ich sagen, dass ich von einem Gerät für diesen Preis mehr erwarten würde. Ich selbst hatte Glück, aber im Testforum von leckerscout habe ich sehr häufig gelesen, dass der Griff des Korbs während der Nutzung zu heiß wird, was nicht so sein soll. Da besteht in meinen Augen definitiv Nachholbedarf. Außerdem ist mir nach zweiwöchiger Nutzung bei meinem Gerät aufgefallen, dass sich die Schublade, in der Pfanne und Korb sitzen, nach einiger Zeit nicht mehr ganz herausziehen lässt, so dass es mittlerweile knapp wird, die Pfanne herauszunehmen.
Ebenfalls negativ fällt auf, dass die Schublade sich auch schon leicht verzogen hat und nicht mehr gleichmäßig schließt. Solange kein heißer Dampf entweicht, ist das noch kein Mangel, aber auffällig ist es schon.
Was ich auch seltsam finde: wenn man Korb und Pfanne entnommen hat, um sie zu reinigen, muss man die Schublade offen stehen lassen, denn wenn man sie schließt, wird es ohne Griff ein bisschen schwierig, die Schublade auch wieder zu öffnen. Das ist leider nicht sehr gut durchdacht. Was hingegen gut gelöst ist, ist das Verstauen des Kabels mit dem Stecker: dafür gibt es an der Rückseite des Geräts eine Öffnung, in der man das Kabel aufrollen und verstauen kann.

Bedienung (4/5):
Die Bedienung des Geräts ist sehr einfach. Nach dem Anschließen an die Steckdose wird das Gerät über ein Touchscreen eingeschaltet. Über Pfeiltasten kann man die Temperatur und die Zeit wählen. Die Start-/Stop-Taste startet dann den eingestellten Vorgang oder stoppt ihn. Das Gerät hat auch eine Speichertaste, mit der man ein Programm speichern kann.
Ich persönlich finde, dass eine Speichertaste zum Speichern von nur einem Programm zu wenig ist. Ich kann darin irgendwie nicht viel Sinn erkennen, da hätte ich es besser gefunden, dem Gerät eher eine Pause-Taste zu spendieren, mit der man ein Programm kurz pausieren kann, wenn man z.B. kurz das Gargut durchrütteln möchte.
Ansonsten ist die Bedienung einfach und durch das Touchscreen sehr bequem.

Fassungsvermögen (3/5):
Es wird damit geworben, dass das Gerät ein Fassungsvermögen von ca. 1,2 kg hat und somit auch für mehrköpfige Familien geeignet ist. Wir sind zwar nur ein 2-Personen-Haushalt, haben aber öfter mal jemanden zu Besuch. Da muss ich sagen, dass die 1,2 kg an Fassungsvermögen sehr knapp sind. Mehrere Komponenten eines Gerichts gleichzeitig zuzubereiten, ist dann zum Teil nämlich nicht möglich, entweder weil dann doch nicht alles in den Korb passt, oder aber weil die einzelnen Komponenten verschiedene Temperaturen und Garzeiten benötigen. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie ich das gut miteinander kombinieren könnte, am Ende ist der Backofen dann doch zusätzlich an, weil es einfach viel zu lange dauern würde, alle Komponenten nacheinander im Airfryer zuzubereiten.
Wenn man Gerichte zum Zubereiten in eine Auflauf- oder Backform geben muss, ist die Größe des Airfryer definitiv ein begrenzender Faktor. Die Form kann maximal ca. 24 x 24 cm bzw. ca. 20 cm im Durchmesser groß sein. Das reicht im Normalfall nur für einen kleinen Kuchen, was für 3 bis 4 Personen vollkommen ausreicht. Bei einem Auflauf wird das dann aber schon knapp und ist sehr stark davon abhängig, ob der Auflauf als Beilage dient oder das Hauptgericht darstellt.
Die Bezeichnung XL hat das Gerät daher in meinen Augen nicht verdient, auch wenn es im Vergleich zum Vorgänger natürlich schon ein größeres Fassungsvermögen hat.

Geruchsbildung (4/5):
Da man zum Garen kaum Fett benötigt, entsteht natürlich nicht diese enorme Geruchsbelästigung wie mit einer herkömmlichen Fritteuse. Allerdings tropft überschüssiges Fett von sehr fetthaltigen Speisen unten in die Pfanne, so dass sich hier dann enorm viel Rauch bilden kann. Ein Tipp von einigen Testern: etwas Wasser in die Pfanne geben, dann kann das Fett nicht verbrennen und es entsteht kein Rauch. Das hat auch bei mir gut funktioniert.

Reinigung (4/5):
Die Pfanne und der Korb sind herausnehmbar und somit zum Reinigen gut zu erreichen. Beide Teile sind spülmaschinengeeignet, daher problemlos. Die Pfanne hat außerdem eine Antihaftbeschichtung, so dass sie sich auch von Hand sehr gut reinigen lässt. Lediglich beim Korb finde ich die Reinigung von Hand nicht so einfach: der Griff stört beim Handling und an dem Gitter lassen sich angebrannte Reste nicht so gut entfernen, vor allem zum Rand hin.

Leistung und Geschwindigkeit (5/5):
Das Gerät bietet noch höhere Leistung und somit auch Geschwindigkeit beim Zubereiten der Speisen. Dies kann ich in der Tat bestätigen, das Aufheizen dauert nur wenige Minuten und auch das Zubereiten bestimmter Speisen ist schneller als im Backofen. So haben Aufbackbrötchen z.B. nur 6 Minuten gebraucht - bis mein Backofen aufgeheizt ist, sind die Brötchen im Airfryer also schon längst fertig. Dadurch geht es nicht nur schneller, man spart auch im Vergleich zum Backofen Energie.

Vielseitigkeit, Zubereitung von fettarmen Speisen (5/5):
Der Airfryer bietet durch die Heißluft-Technologie zum einen die Möglichkeit, mit möglichst wenig Fett auszukommen. So reicht auf 1,2 kg Kartoffeln ein Esslöffel Öl. Lebensmittel, die bereits Fett enthalten (z.B. Tiefkühl-Produkte), brauchen kein zusätzliches Fett zum Garen. Zum anderen ist das Gerät dadurch auch extrem vielseitig, da es wie ein Heißluftofen verwendet werden kann. Auch Fleisch, Gemüse und süße Speisen wie Kuchen können darin zubereitet werden.

Geschmack (4/5):
Wir haben im Airfryer bisher folgende Speisen ausprobiert:
  • Hausgemachte Pommes frites
  • Hähnchenkeulen
  • Tiefkühl-Frühlingsrollen
  • Tiefkühl-Pommes frites
  • Aufbackbrötchen
  • Mini-Frikadellen
  • Gebackene Ananas
  • Kuchen
  • Gemüse
Mein Hauptaugenmerk lag auf den hausgemachten Pommes frites, denn wenn schon damit geworben wird, dass man mit bis zu 80% weniger Fett auskommt als bei einer Fritteuse, dann möchte ich auch, dass es gut schmeckt. Wenn ich ganz ehrlich bin, dann fand ich die hausgemachten Pommes frites aus dem Airfryer nicht so gut wie aus einer herkömmlichen Fritteuse. Fett ist eben doch ein Geschmacksträger. Trotzdem waren die Pommes frites lecker, sie werden außen knusprig und bleiben innen weich. Um dem Geschmack ein wenig auf die Sprünge zu helfen, könnte man auch noch etwas mehr Öl an die Kartoffeln geben, vermutlich könnte man sich da an ein gutes Verhältnis von Geschmack zu Kalorien herantasten.
Alle anderen Speisen fand ich geschmacklich sehr gut. Die Tiefkühl-Produkte werden im Airfryer sehr gut, da diese meist schon vorfrittiert sind. Hähnchen wird von allen Seiten richtig knusprig, das gefällt mir sehr gut. Auch süße Speisen lassen sich im Airfryer zubereiten. Bei meinem Kuchen war ich mit der Temperatur etwas zögerlich, daher brauchte der viel länger als im Backofen. Hier muss man einfach austesten und sich mit dem Gerät vertraut machen.

Fazit (4/5):
Ich vergebe hier im Schnitt solide 4 Sterne, denn das Gerät hat sich für uns als sehr praktisch erwiesen, um schnell Snacks und Fertigprodukte zuzubereiten. Bei frisch zubereiteten Mahlzeiten muss man zu Beginn ein wenig ausprobieren und testen, hier sind die Rezepte aus dem beiliegenden Heft sehr hilfreich. Die Größe des Airfryer XL ist in meinen Augen für mehrköpfige Familien etwas grenzwertig.
Den Preis für den Airfryer empfinde ich mit 300 € als viel zu hoch angesetzt, vor allem in Hinblick auf gewisse „Kinderkrankheiten“ und die Größe.
Ich sehe das Gerät als kleinen, starken Heißluftofen, der aber weder Backofen noch Fritteuse vollwertig ersetzen kann.Haupt-Vorteil in Bezug auf die beiden anderen Küchengeräte: die extrem fettarme Zubereitung von Speisen.
Der Airfryer ist definitiv kein Must-have, aber nett ist es schon, ihn zu haben, wenn man ihn z.B. günstig ergattern kann.



Wir behalten unser Test-Gerät, da wir es vor allem für Fertigprodukte sehr praktisch finden, wenn es mal schnell gehen soll. Außerdem war's dann auch so gesehen ein Schnäppchen. ;)

Bis bald,
die Basteltante

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