Mittwoch, 17. Juli 2013

[Aus unserem Bücherregal] "Buchbinden - Vom Handwerk zur Kunst" von Heather Weston

Heute möchte ich euch ein weiteres Buch aus unserer kleinen Sammlung rund ums Buchbinden vorstellen, nachdem es im Juni ja schon den Überblick und die erste Buchvorstellung gab. Da jemand in einem Kommentar erwähnte, dass sie das folgende Buch spannend fände, und da ich selbst das Buch rundum weiterempfehlen kann, möchte ich heute ein wenig näher darauf eingehen:


Paperback-Ausgabe 2010, 128 Seiten, 24,90 €




Werfen wir doch erst einmal einen Blick in das Inhaltsverzeichnis (Klick auf's Bild macht groß):

Inhaltsverzeichnis
Der Einleitungsteil besteht aus drei Teilen, in denen auf Material, Werkzeuge und einige Grundregeln eingegangen wird. Mit Bildern wird hier sehr gut dargestellt, was gemeint ist, dazu kurze, aber gut verständliche Erläuterungen. Bereits in diesem einleitenden Teil stolpert man über kleine, in violett hervorgehobene Kästchen mit Hinweisen - diese Kästchen mit sehr nützlichen Hinweisen sind Gold wert.

Einleitungsteil
Schnell geht es weiter zum ersten Kapitel, in dem sich Anleitungen für verschiedene Bindearten befinden. Oben auf dem Foto zum Inhaltsverzeichnis könnt ihr nachlesen, welche Anleitungen in diesem Kapitel zu finden sind. Hauptsächlich sind es die klassischen und am häufigsten vorkommenden Techniken, die vorgestellt werden. Dabei wird mit einer der einfachsten Techniken begonnen und der Schwierigkeitsgrad steigert sich von Anleitung zu Anleitung.

Ein Blick in Kapitel 1

Im zweiten Kapitel geht es mit den Anleitungen weiter, hier wird auf Gestaltungsmöglichkeiten von Papier und Einband eingegangen, wie z.B. den Papierschnitt und Pop-ups. Alle Anleitungen könnt ihr auf dem Foto mit dem Inhaltsverzeichnis sehen.

Ein Blick in Kapitel 2

Alle Anleitungen aus Kapitel eins und zwei sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut:
Zunächst wird mit einigen einleitenden Worten auf das Projekt, das vorgestellt wird, eingegangen. Man erfährt hier nützliche Hintergrundinformationen, manchmal auch etwas über die Entstehung oder Herkunft bzw. Geschichte der jeweiligen Technik. Dazu gibt es meist eine Grafik mit einer schematischen Darstellung, aus welchen Komponenten das fertige Projekt besteht.
Als nächstes wird auf die charakteristischen Eigenschaften eingegangen, gefolgt von einer Auflistung, welche Materialien und Werkzeuge benötigt werden. Dazu gesellt sich ein großformatiges, schönes Foto des Projekts, für das auf den folgenden Seiten die Schritt-für-Schritt-Anleitung folgt. Jeder Schritt ist erklärt und mit einem aussagekräftigen Foto versehen. Zwischendrin kann man immer wieder nützliche Hinweise in violett hervorgehobenen Kästchen entdecken. Außerdem gibt es am Ende der Anleitung meist ein Hinweis zu Variationsmöglichkeiten, die dazu anregen sollen, das soeben Erlernte weiterzuentwickeln.

Beispiel für den Aufbau einer Anleitung
Im dritten Kapitel werden verschiedene Buchprojekte von Künstlern vorgestellt, bei denen man häufig auf den ersten Blick nicht erkennen würde, welche Technik eigentlich dahintersteckt. Die Autorin geht aber genauer darauf ein, welche Technik angewandt wurde und welche Botschaft in den Büchern steckt. Die vorgestellten Projekte sind meiner Meinung nach wirklich einzigartig und kreativ. Diese Bücher sind wahre Kunstobjekte und lassen den Leser staunen und verstehen, wie vielfältig das Buchbinden sein kann und dass es mehr gibt, als nur Bücher, die man liest. Die Auswahl, die die Autorin getroffen hat, gefällt mir sehr gut, alle Projekte bestechen durch ihre Schlichtheit und klare Struktur, und doch erzielen sie eine große Wirkung.

Ein Blick in Kapitel 3

Zum Schluss des Buches gibt es noch einen Anhang mit nützlichen Adressen und einer Stichwortliste. Vor allem die Adressenliste ist aktuell und sehr hilfreich, wenn man auf der Suche nach Buchbinderbedarf ist. Unser Lieblingspapierladen ist auch erwähnt. ;)
An diesem Buch gefällt mir sehr gut, dass die Anleitungen einfach und übersichtlich gehalten sind. Die dargestellten Projekte sind schlicht und einfach gewählt, machen aber trotzdem Lust, gleich loszulegen. Dabei ist sehr viel Platz für eigene Kreativität und Weiterentwicklungen, die Autorin animiert durch Anregungen sogar dazu.
Außerdem beginnt das Buch mit einfachen Anleitungen und steigert sich mit der Zeit beim Anspruch. So ist gewährleistet, dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene jederzeit und bei jedem beliebigen Projekt einsteigen können.
Die Autorin legt ihr Hauptaugenmerk auf die am weitesten verbreiteten Techniken, so dass ausgefallene oder seltene Bindungen nicht oder nur kaum darin vorkommen. Ich habe dadurch aber nichts vermisst, im Gegenteil, das Buch deckt die Grundlagen sehr gut ab und bietet doch auch das eine oder andere außergewöhnliche Highlight.
Was ich auch sehr gut finde, ist, dass auf Maschinen verzichtet wird, zu denen der Laie keinen Zugang hat. Wo immer möglich werden Alternativen aufgezeigt, die im normalen Haushalt durchführbar sind und so das Buchbinden auch zu Hause ermöglichen. Komplett auf Buchbinderbedarf kann man nicht immer verzichten, doch dank des Internets ist es auch für den Laien möglich, an das eine oder andere spezielle Werkzeug oder Material zu gelangen.


 Fazit:

Dieses Buch ist sein Geld definitiv wert, es ist für Einsteiger und Fortgeschrittene geeignet. Wer sich definitiv häufiger mit dem Buchbinden beschäftigen möchte, wird hier ein modernes und hilfreiches Grundlagenbuch entdecken. Klare Kaufempfehlung von meiner Seite!




Zum Abschluss habe ich hier noch eine kleine Collage mit Büchern, die ich mit Hilfe von zwei Anleitungen aus dem oben vorgestellten Buch gemacht habe. Sehr fasziniert hat mich nämlich das Relief, außerdem ist das Karussellbuch auch ein Hingucker. Seht selbst:




In Buchdeckel eingearbeitete Reliefs und zwei Karussellbücher

Bis bald,
die Basteltante

Kommentare:

  1. Besten Dank für die Vorstellung des Buches.
    Ich denke das ist genau das was ich gesucht habe.
    Ganz tolle Werke sind daraus entstanden - wirklich klasse!!

    Internetten Gruß
    Myriam

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  2. Oh, ja das ist ein tolles Standard-Werk ohne zuviel Fachwissen und unnötige Details und erst deine Reliefbücher, ich bin baff.
    Ich lasse mich ja mehr inspirieren und mache dann mein eigenes draus.
    Schöne Grüße von Michaela

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  3. Das klingt nach einem wirklich tollen, umfassenden Standardwerk! Ich werd' mir den Titel merken, sollte ich beschließen, dass ich noch ein Hobby brauche :p. Danke für die schöne Vorstellung!

    Liebe Grüße,
    Mareike

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  4. Wowwww... Deine Relief-Bücher sind toll geworden! Hast du das Überzugsmaterial einfach aufgelegt und mit den Fingern die Form herausgeholt oder hast du zusätzlich das Falzbein gebraucht?
    Schön, einen Blog zu finden, der meinem ähnlich ist (Buchbinden & Nähen)
    glg iva

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    1. Bei "groben" Formen wie dem Schneckenmuster habe ich das Falzbein verwendet, allerdings muss man beim Rausarbeiten der Konturen aufpassen, dass man wirklich nur die Konturen nachzieht (was manchmal nicht so einfach zu erkennen ist), sonst gibt's so unschöne "Kratzer" vom Falzbein. Bei feineren Formen wie dem Narnia-Schriftzug hätte es zu lange gedauert, wenn der Leim dann schon zu schnell angezogen ist, kann man die Konturen nicht mehr richtig rausarbeiten. Da haben wir die bezogene Decke zum Pressen zwischen zwei Bretter gelegt und was Weiches auf die Seite mit dem Relief darauf, da eignet sich dicker Filz oder Moosgummi sehr gut, dann einmal ordentlich einpressen.
      LG, Gerdi

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