Montag, 24. Juni 2013

Upcycling: Leporello mit Hülle


Vielleicht erinnert sich jemand noch daran, dass ich im Mai davon berichtete, dass wir von einer lieben Freundin das Buch "Eco Books" geschenkt bekamen. Darin gibt es ganz viele Buchprojekte, die alle eines gemeinsam haben: nämlich das Verwenden und Recyceln von Müll bzw. Dingen, die ausgedient haben. Die Ideen sind vielfältig und spannend, auf jeden Fall machen die Bilder Lust darauf, sofort loszulegen. Und da ich gerne herausfinden wollte, wie gut die Anleitungen und Beschreibungen zu den einzelnen Projekten sind, habe ich gleich mal ein Projekt ausprobiert.


Für dieses Buchprojekt braucht man nur eine leere CD-Hülle, Papier, ein paar Acrylfarben und das eine odere andere Papierschnipselchen, Masking Tape oder wasauchimmer zum Dekorieren der CD-Hülle. Leere CD-Hüllen haben wir haufenweise (beim letzten Umzug habe ich sogar kistenweise welche entsorgt...), und alles andere habe ich eigentlich auch immer da. Außer goldene Acrylfarbe, aber die war schnell besorgt.

Take a look inside



Irgendwann hatte ich mal Servietten gekauft mit einer Hard Rock-Gitarre darauf, in dem Gedanken, dass man damit irgendwann mal mit Serviettentechnik was Cooles machen könnte. Nachdem ein Teil der Servietten schon zum schöden Mund Abwischen verbraucht wurde, weil ich nach so vielen Jahren schon fast nicht mehr damit rechnete, sie noch einmal für etwas anderes zu verwenden, waren sie jetzt aber einfach perfekt für mein Projekt! Also die Gitarre ausgeschnitten und mit Serviettenkleber auf die CD-Hülle gebracht. Sieht super aus, finde ich. Ansonsten ist die CD-Hülle einfach nur mit reichlich schwarzer und goldener Acrylfarbe bepinselt.

Vorderseite der CD-Hülle
Die Hülle dient dann tatsächlich auch weiterhin nur als Hülle, das eigentliche Buch ist ein Leporello, das in Größe einer CD zurechtgeschnitten wird. Und was könnte man in dieses Leporello rein tun? Wenn es um Musik geht... genau, Songtexte! Und da fing mein kleines Problem an, wie bringe ich einen Text auf das Papier, ohne es zu bedrucken? Handschriftlich? Dazu finde ich meine Handschrift ehrlich gesagt nicht wirklich ansprechend. Und eigentlich ist sowas das perfekte Kalligraphie-Projekt, aber da muss ich auch wieder ehrlich sagen, dass ich mich schon seit vielen Jahren nicht mehr in der Kalligraphie geübt habe und jetzt mal schnell für einen Text wieder einsteigen... Ach nö...

Leporello in Form einer CD
Am Ende habe ich auf Stempel zurückgegriffen. Zufällig hatte ich auch ein paar Tage vorher schon dieses Stempelset bestellt, welches mir sehr gut gefällt und zumindest für Titel super geeignet ist. Allerdings nicht für einen ganzen Songtext, daher war ich schon versucht, weitere Alphabet-Stempelsets zu kaufen. Meiner besseren Hälfte fiel dann jedoch ein, dass wir noch ein Stempelset (ursprünglich für Kinder) da haben, mit dem man nach Belieben Wörter setzen kann. Ha, Problem gelöst! Also wurde losgestempelt... und unglaublich viele Stunden später wurde aus dem Entschluss, das lange Leporello mit mehreren Texten zu füllen, die Gewissheit, dass es dazu vorerst nicht kommen wird, weil das Setzen der Worte und Sätze verdammt mühselig und langwierig ist. Ehrlich, da hab' ich mir irgendwann gewünscht, doch ein Stempelset mit einzelnen Buchstaben zu haben, wo jeder Buchstabe schon ein kleines Stempelchen ist und dann muss man nur einen Buchstaben nach dem anderen stempeln. Dauert gewiss auch lange, aber bis man diese kleinen verdammten Fitzelbuchstaben immer in die Stempelhalterung gesetzt hat, Wort für Wort, dauert noch viel länger.


Aber ich bin ja hartnäckig und zumindest ein Songtext ist nun vollständig in dem Leporello verewigt. Die Unregelmäßigkeiten vom Stempeln gefallen mir gut und passen meiner Meinung nach zu dem alten/abgenutzten Look der CD-Hülle. Das Papier hatte ich daher zuvor auch schon mit schwarzem Tee braun und fleckig gefärbt - das ist also Absicht und nicht etwa ein versehentliches Verschütten von Tee oder Kaffee. ;)
Der Songtext stammt übrigens von den Toten Hosen: Nur zu Besuch.

Rückseite der CD-Hülle
Das Endergebnis meines Projekts sieht schon recht anders aus als das Projekt im Buch, aber das war zu erwarten. Man wird bei solchen Upcycling-Projekten nie dasselbe Ergebnis erzielen, einfach weil die Materialien immer anders sind. Das ist aber auch nicht schlimm, finde ich, vielmehr verstehe ich solche Bücher mehr als Inspirationsquelle, die einem durch die Anleitungen bestimmte Techniken an die Hand geben.
Die Anleitung speziell für dieses Projekt fand ich sehr gut, es ist alles Schritt für Schritt erklärt. Außerdem erfordert ein Leporello nicht viel Erfahrung oder Übung, ist also sehr gut für Anfänger geeignet. Auch wenn dieses Projekt nur entfernt an Buchbinden erinnert - das Leporello spielt hier fast schon eine untergeordnete Rolle - so ist es am Ende doch ein Buch.

Vielleicht hat jemand noch einen heißen Tipp für mich, wie man einen Text auf Papier übertragen kann, ohne das Papier durch einen Drucker zu jagen und ohne Meister der Kalligraphie zu sein? :)
Und: Wie gefällt euch eigentlich der neue Look der CD-Hülle?

Nachtrag: Dieses Projekt werfe ich dann auch mal rüber zum Upcycling-Dienstag - Reinschauen lohnt sich. :)

Bis bald,
die Basteltante

1 Kommentar:

  1. Das ist ja eine klasse Idee! Die Gitarre und die Grundierung finde ich wunderbar :). Und der Leporello ist auch cool. Leider weiß ich auch nicht, wie man das mit dem Text besser lösen könnte ...

    Liebe Grüße,
    Mareike

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