Dienstag, 30. April 2013

[Anleitung] Japanische Bindung

Heute möchte ich euch Schritt für Schritt zeigen, wie man ein Buch mit einer japanischen Bindung herstellen kann. Sollten euch währenddessen Begriffe begegnen, die ihr nicht versteht, findet ihr diese höchstwahrscheinlich in unserem Glossar. Falls nicht, dürft ihr auch gerne nachfragen. Wenn etwas unklar ist, bin ich gerne bereit, eure Fragen in den Kommentaren zu beantworten.


Japanische Bindung

Man nehme:
  Papier für den Buchblock
(hier: 40 Blatt, 12 x 21 cm, ca. 100 g/m²)
Papier als Deckblatt für oben und unten
(hier: Naturpapier, 12 x 24 cm)
Papierschnur, Bastband o.ä.
japanische Ahle o.ä.
Hammer
2 Holzklammern
eine lange (Buchbinder-)Nadel mit großer Öse
ein altes Brett o.ä. (nicht abgebildet)

Anmerkung zum Papier: Für den Buchblock könnt ihr nach Belieben so viele Blätter verwenden, wie ihr möchtet. Auch das Format könnt ihr ganz nach Belieben wählen. Bei der Qualität empfehle ich, etwas dickeres Papier zu nehmen, z.B. Skizzenpapier.
Als Deckblatt bietet sich Naturpapier an, dieses gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, Strukturen und Farben - die Auswahl ist riesig. Für mein nachfolgendes Buch habe ich ein gelbes Naturpapier mit Ästen und Blüten gewählt.

benötigte Materialien

Samstag, 27. April 2013

Jeans-Handytäschlein "Bowie"

 

Kürzlich gab es wieder einmal ein wunderbares Video im Blog von pattydoo, dieses Mal mit einer Anleitung für ein kleines Schleifentäschlein "Bowie", das prima als Handytasche genutzt werden kann. Ich bin von Schleifen eigentlich nicht so angetan, das ist mir meistens zu "mädchenhaft", um es mal platt zu formulieren. Aber die Schleife kann man ganz einfach weg lassen und nachdem ich erfuhr, dass man das Schnittmuster im XL-Format z.B. als Abendtasche ("Clutch") verwenden kann, erinnerte ich mich daran, dass wir zu einer Hochzeit eingeladen sind und ich keine brauchbare Tasche für einen solchen Anlass besitze - also beschloss ich, mir eine schlichte Clutch zu nähen.

Handytaschen mit Gürtelschlaufen
Ich bin vorsichtig geworden und bevor ich mich gleich auf das Nähen der eigentlichen Tasche stürzte, musste ein Versuchsobjekt her halten. Meine bessere Hälfte war auch der Meinung, dass sie mal eine Handytasche mit Gürtelschlaufe gut gebrauchen könnte, und seit wir auch schon Bücher in alte Jeans eingebunden haben, werden die aussortierten Hosen nicht mehr weggeworfen, sondern aufbewahrt. Ich schnappte mir also eine alte Jeans und Stoff für das Innenfutter und los ging's. Herausgekommen sind zwei Handytaschen mit Gürtelschlaufen:

Tasche Nr. 1





Tasche Nr. 2
























Die Videoanleitung ist wie immer super, sehr gut verständlich mit hilfreichen Tipps bei den Stellen, an denen es auch mal knifflig werden kann. Mein Fehler bei der ersten Handytasche (Foto links) war allerdings, dass der gemusterte Stoff (Reste von DIESEM Sweatstoff in Grautönen), den ich für das Innenfutter gewählt habe, schon recht dick ist, so dass der Platz in der Tasche für das Handy echt eng geworden ist, es passt aber noch. Außerdem trägt er an der rechten Ecke etwas zu stark auf, so dass das Innenfutter von der Klappe nicht ganz verdeckt wird. Ist aber hauptsächlich ein kleiner Schönheitsfehler.

Ein Blick ins Innere von Tasche Nr. 1

















Was auch zu dick aufgetragen hat, war die Wahl der Gürtelschlaufe. Hier habe ich nämlich einfach ein Stück der Hose samt einer Gürtelschlaufe an der Stelle angenäht, an der in der Anleitung die Schleife angebracht wird. Das ist bei mir schon ganz schön dick geworden. Meine Nähmaschine ist dann beim Nähen der Tasche ganz knapp an ihre Grenzen gestoßen - dafür sieht die Rückseite der Tasche mit der Schlaufe aber schick aus, oder was meint ihr?

Gürtelschlaufe an Tasche Nr. 1






























Bei der zweiten Handytasche habe ich mich dann für einen weichen, dunkelgrauen Jerseystoff als Futter entscheiden, der nicht so dick ist wie der Sweatstoff. Da passt das Handy dann auch schon gleich viel besser in die Tasche. Auf der Rückseite habe ich selbst zwei Schlaufen angebracht, hierzu habe ich aus der Jeans zwei kleine Quadrate ausgeschnitten. Beim Schnittmuster ist für die Schleife auch eine Vorlage für den Schleifenknoten dabei, diese Vorlage habe ich für die Quadrate verwendet. Die kleinen Stoffquadrate habe ich in der Mitte rechts auf rechts gefaltet, zusammengenäht und gewendet. Anschließend habe ich diese Schlaufen dort angenäht, wo die Schleife sonst angebracht wird. Im Nachhinein betrachtet hätte ich die Schlaufen besser etwas höher angenäht anstatt mittig, aber es funktioniert.

Gürtelschlaufen an Tasche Nr. 2































Insgesamt bin ich mit meinen ersten beiden Versuchen recht zufrieden. Es gibt ein paar Schritte, bei denen ich mir beim Nähen der Taschen jedes Mal schwer tue, aber das ist wohl hauptsächlich Übungssache.

Tasche Nr.2 mit Bewohner
Die Taschen haben übrigens ein zusätzliches Fach, in dem man noch etwas unterbringen kann (Kopfhörer, Visitenkarten...), dieses Fach kann man beim Nähen aber auch ganz einfach weg lassen.

Wie findet ihr die Taschen? Mein neues Abendtäschlein zeige ich euch ein anderes Mal!

[Nachtrag]: Diese Täschlein hab' ich auch zu Nina und dem Upcycling-Dienstag geschickt. Da findet man jede Woche tolle Ideen, um aus Ausgedientem wieder etwas Nützliches zu machen. 

Bis bald,
die Basteltante

Mittwoch, 24. April 2013

Klecksen

Schnittverzierungen bei Büchern sind schon fast eine Wissenschaft für sich. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Die ganz hohe Kunst ist es, einen Buchschnitt so zu bemalen, dass das Bild erst dann sichtbar wird, wenn der Schnitt in eine gewisse Richtung gebogen wird. Von solchen Kunstwerken sind wir weit entfernt und haben uns daher erst nur an die einfachste Form der Schnittverzierung gewagt: den Sprengschnitt.

gesprenkelter (Fuß-)Schnitt
So ein Sprengschnitt ist recht einfach zu bewerkstelligen, daher haben wir das einfach mal ausprobiert. Versuchsobjekt war ein kleines Buch in DIN A6 mit klassischer Fadenheftung (Anleitung Fadenheftung), welches ich mit einem Stoff eingebunden habe (Anleitung Ganzgewebeband), auf dem passenderweise Kleckse zu sehen sind. Das Besondere an dem Stoff ist, dass es kein Buchbinderleinen ist, sondern ein ganz normaler Baumwollstoff, den ich selbst mit dünnem, handgeschöpftem Chinapapier kaschiert hatte. Ich wollte das gerne einmal ausprobieren, weil Buchbinderleinen doch recht langweilig und einseitig sein kann und so eröffnen sich einem plötzlich eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten.


Den Schnitt besprenkelt man vor dem Anpappen des Buchblocks mit der gewünschten Farbe, das ist nämlich eine ziemliche Sauerei und hierbei sollte man ausreichend Zeitungspapier auslegen. Ist der Schnitt trocken, kann man den Buchblock in die vorbereitete Decke hängen.


Das kleine Büchlein gefällt mir sehr gut, der Stoff mit den Klecksen ist einfach hübsch und ich finde, der blau gesprenkelte Schnitt passt sehr gut dazu. Außerdem konnte ich mit diesem Buch gleich zwei Dinge auf einmal ausprobieren: den selbst kaschierten Stoff und den Sprengschnitt.


Sollte ich mal wieder einen Stoff sehen, der mir für ein Buch gut gefällt, werde ich das mit dem selbst Kaschieren bestimmt noch einmal machen, denn der Stoff lässt sich dadurch zum Buchbinden viel einfacher verarbeiten. Außerdem muss man nicht befürchten, dass der Leim sich durch den Stoff drückt und unschöne Flecken verursacht, denn ich habe auch schon unkaschierten Stoff für Bücher verarbeitet, da besteht ein gewisses Risiko, dass man sich sein Buch völlig ruiniert. Es eignet sich auch nicht unbedingt jeder Stoff zum Buchbinden, dünne Baumwollstoffe (wie für Patchwork) sind am besten geeignet.

Bis bald,
die Basteltante

Samstag, 20. April 2013

12tel Blick - April 2013

Die Sonne ist da, unglaublich, oder? Na gut, für heute macht sie mal eine Pause, aber das sei ihr nach so vielen Tagen am Stück auch mal vergönnt, sie ist ja völlig aus der Übung. ;)
Zeit für den 12tel Blick im April. Mehr Infos zu diesem Fotoprojekt findet ihr wie immer HIER bei Tabea Heinicker.

Blickwinkel Nr. 3, 14. April, 14:17 Uhr

Blickwinkel Nr. 8, 14. April, 14:22 Uhr




Und zum Vergleich hab' ich hier für euch die Fotos der vorherigen Monate. Die Bäume brauchen noch ein bisschen Zeit, um endlich Blätter zu bekommen, aber immerhin ist der Schnee weg, die Wiese wird schön grün, die Sonne lacht und der Himmel strahlt in seinem schönsten Blau...









Alle 4/12tel Blicke gibt es gesammelt HIER zu bestaunen.

Bis bald,
die Basteltante

Dienstag, 16. April 2013

[Anleitung] Leinenbezogene Buchecken

Hier habe ich ja bereits beschrieben, wie man einen Halbgewebeband fabriziert. Doch statt die Deckel bei diesem dann komplett mit Papier zu beziehen, kann man die Ecken der Deckel auch mit Buchbinderleinen beziehen. Dies hat den Vorteil, dass sie so stabiler sind und nicht so schnell bestoßen werden.

Das Material, das wir brauchen, ist schon in der Hauptanleitung beschrieben. Wie dort auch gilt, wenn Begriffe unklar sein sollten, dann kann man diese im Glossar nachschlagen. Sollten darüber hinaus Fragen auftauchen, scheut Euch nicht, diese in Form von Kommentaren zu stellen.

Die Herstellung der Einbanddecke läuft erst einmal genauso ab, wie dies in der bereits vorhandenen Anleitung beschrieben wird. Der erste Unterschied kommt an der Stelle, an der man die Einbanddecke von der Größe her an den Buchblock angepasst hat. Statt die Deckel mit Papier zu kaschieren, schneidet man sich nun vier Leinenstücke zurecht. In meinem Beispiel für recht kleine Ecken sind die Leinenstreifen 6 cm breit und 2 cm hoch. Nun schneidet man die Ecken der Streifen so in einem 45°-Winkel ab, dass ein Trapez entsteht. Für größere Ecken macht man die Streifen breiter und höher, das passende Verhältnis sollte man immer durch Ausprobieren finden. Wie man auf dem folgenden Bild sieht, habe ich Bibliotheksleinen benutzt. Man kann also (offenes) Buchbinderleinen und auch (beschichtetes) Bibliotheksleinen verwenden, passend zum Rücken (natürlich kann man hier auch variieren, ganz nach Geschmack).
 
Zuschnitt der Leinenstreifen
Nun bestreicht man einen Leinenstreifen mit Leim und legt ihn mit der Leimseite nach oben auf den Tisch vor sich. Die Einbanddecke wird nun mit der Ecke so auf den Leinenstreifen aufgelegt, dass die beiden Kanten des Leinenstreifens mit den Kanten der Decke parallel sind, jedoch noch etwa 1,5 cm überstehen. Auch an der Ecke sollte etwas mehr an Leinen, als die Deckel dick sind überstehen.
Ansetzen des Leinens
Nun schlägt man das Leinen an der Ober- oder Unterseite des Buchdeckels ein (je nachdem welche Ecke man gerade bearbeitet) und kneift mit dem Daumennagel das an der Vorderkante überstehende Leinen ein.
Einkneifen der Ecke
Nun schlägt man das Leinen an der Vorderkante ein. Mit dem Falzbein streicht und drückt man die Einschläge nun schön glatt.
Fertige Ecke von innen
Mit den restlichen Ecken der Einbanddecke verfährt man ebenso. Man erhält eine Einbanddecke, die am Rücken und an den Ecken mit Leinen bezogen ist.
Zwei fertige Ecken - Außenansicht
Damit man die leinenbezogenen Ecken am Ende auch sieht, muss man den Bezug für die Deckel entsprechend zuschneiden. Dazu misst man ihn zunächst wie gehabt so ab, dass an allen Außenkanten etwa 1,5 bis 2 cm überstehen. Als nächstes legt man den Überzug so auf die Deckel, wie er nachher darauf kaschiert werden sol,l und faltet die Ecken, die über den Leinenecken liegen, so zurück, dass man das Leinen sehen kann.
Markierung ohne Stift
Den so entstandenen Falz schneidet man dann ganz knapp ab und erhält so saubere Ecken. Natürlich verfährt man mit den Bezügen für beide Deckel so.
Das fertig zugeschnittene Überzugspapier
Nun schmiert man den ersten Überzug mit Kaschierleim an und legt ihn auf den ersten Deckel (für Details empfehle ich eine nochmalige Lektüre der Hauptanleitung). Nachdem man eventuelle Luftblasen herausgestrichen hat, schlägt man die überstehenden Streifen an allen drei Außenkantn ein. Mit dem zweiten Überzug wird ebenso verfahren. Man erhält nun eine fertige Einbanddecke.
Die fertige Einbanddecke - Innen- und Außenansicht
Wenn diese getrocknet ist, dann macht man weiter wie in der Hauptanleitung ab der Stelle, an der man den Buchblock in die fertige Decke einlegt und ihn unter Gewicht legt.

Am fertigen Buch sehen die Leinenecken dann so aus.
Die leinenüberzogene Buchecke am ferigen Buch
Ich hoffe, dass Euch diese Anleitung gefallen hat. Hinterlasst mir doch einen Kommentar mit Euren Anmerkungen, Anregungen und Erfahrungen.

Bis bald,

Euer Bücheronkel


Wir freuen uns über Fotos von euren Werken, die ihr mit Hilfe unserer Anleitungen gemacht habt, und würden sie gerne an unsere Pinnwand pinnen. :) Wenn ihr Lust habt, sendet uns dazu einfach euer Foto per e-mail an diebasteltante@sags-per-mail.de oder verratet uns den Link, wo wir euer Foto finden können.

 

Donnerstag, 11. April 2013

Mini-Zartbitter-Chili-Tarte

Zu Weihnachten habe ich ein Set mit Mini-Tarte-Förmchen geschenkt bekommen und die wollten, nein, mussten unbedingt einmal getestet werden! Dazu habe ich mir ein Rezept ausgesucht, das auch schon länger auf das Testen wartete, gefunden im Klitzekleinen Blog:


Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten, im Kühlschrank ruhen lassen, dünn ausrollen, Kreise ausstechen und in die Tarte-Formen legen:

 


Eine verlockende Creme aus Schokolade, Sahne, Butter, Zucker, Vanille und Chili zusammenrühren und die kleinen Tartes damit befüllen:

 


Die kleinen Kuchen bei 180°C backen und abkühlen lassen:



Zum Schluss mit Zartbitterglasur dünn bestreichen:

 


Tarte in einer kleinen Springform gebacken

Nach sowas war ich schon lange auf der Suche - schokoladig, cremig und absolut köstlich. Kleine, schokoladige Kalorienbomben, von denen man einfach nicht genug bekommen kann... Hmmmm... Das Rezept ist einfach perfekt, die Schokoladencreme bleibt cremig und zart und erinnert ein bisschen an Mousse au Chocolat. Hach...



Die Zutaten aus dem Rezept (für eine Springform, Durchmesser 28 cm) haben bei mir für genau 6 kleine Tartes (Durchmesser 10 cm) und 1 kleine Springform (Durchmesser 18 cm) gereicht. Die kleinen Tartes haben ca. 20 bis 25 Minuten gebraucht, und die Tarte in der kleinen Springform brauchte ca. 40 Minuten im Ofen.
Und was gibt es bei euch heute als Nachtisch?

Bis bald,
die Basteltante

Sonntag, 7. April 2013

Patchwork-Kissen für's Kinderzimmer

 

Wie HIER schon erwähnt, hatte ich den Plan, ein hübsches Kissen für unsere Nichte zu nähen, weil ich noch einige Kinderstoffe da habe. Nach erfolgreichem Üben und dank der tollen Videoanleitung von pattydoo ist nun kürzlich das Kissen für unsere Nichte fertig geworden, bestehend aus drei süßen Stoffen: blau mit Eisbären, gelb mit kleinen Schafen und grün mit verschiedenen Zootieren.

 

Für die Vorderseite habe ich die drei Stoffe in Quadraten miteinander kombiniert und mich bei den Zootieren für Giraffe und Zebra entschieden. Für die Rückseite des Kissens habe ich den gelben Stoff mit den Schafen noch einmal verwendet, weil ich den einfach unheimlich hübsch finde.

 

Auch wenn ich das Kissen gerne selbst behalten hätte, haben wir es zu Ostern unserer Nichte geschenkt. Die Eisbären und Schafe auf dem Kissen wurden bestaunt, und das Kissen wurde fleißig umhergetragen. Mal sehen, wie lange es in den kleinen Kinderhänden des Wirbelwindes überlebt. ;)

Bis bald,
die Basteltante

Donnerstag, 4. April 2013

Meine ersten Loopschals

Ich hatte noch etwas von DIESEM blauen Sweat-Stoff übrig und eine liebe Bekannte brachte mich auf die Idee, dass ein Loopschal doch bestimmt schick aussehen würde. Ich habe noch nie einen Loopschal genäht, aber das hält mich nicht davon ab. Außerdem ist es gar nicht so schwierig, wenn man sich DIESE Videoanleitung anschaut.

Erster Loopschal

Ich habe mich für die Kombination aus gemustertem Sweatstoff und einfarbigem blauem Sweatstoff entschieden. Ruckzuck war der Schal auch fertig und sieht gar nicht so schlecht aus. Außerdem habe ich hierbei noch etwas gelernt, nämlich den sogenannten Leiterstich, mit dem man von außen eine Naht verschließen kann, ohne dass man sie hinterher sieht. Meine erste Leiterstich-Naht ist etwas ungleichmäßig und hubbelig geworden, aber es fällt nur bei genauem Hinschauen auf.

Loopschal ineinander gestülpt
Da ich bisher noch gar keinen Loopschal besaß, war ich ein wenig irritiert, wie man so einen Schal anzieht, und hatte den Eindruck, dass er ein wenig eng sitzt. Aber ich habe auch keine Erfahrungswerte und habe den Schal verschenkt - leider passt er der Beschenkten nicht richtig, er ist zu kurz. Das ist wirklich verdammt schade und hat mich mächtig geärgert. Darum (und auch weil ich meinen Lieblingsschal verloren habe) habe ich kurz darauf einen weiteren Versuch gestartet, einen Loopschal zu nähen, dieses Mal aus einem gemusterten Jerseystoff.

Zweiter Loopschal
Den Stoff hatte ich noch übrig, nachdem ich mal ein T-Shirt genäht hatte. Ich habe für die Länge des Schals die Breite des Stoffs gewählt, das sind vermutlich ca. 140 bis 150 cm (statt 120 cm wie in der verlinkten Anleitung oben). Und siehe da - der Schal sitzt gleich viel besser. Außerdem ist er wunderbar weich und anschmiegsam.


Dazu trägt vor allem der Stoff bei, Jersey ist einfach weicher und dünner, wohingegen der Sweatstoff beim ersten Schal schon fast ein wenig zu starr und dick ist. Man sollte eben immer besser zuerst üben und ausprobieren, bevor man ein Geschenk produziert. ;)

 

Kurz nachdem ich den zweiten Schal genäht hatte, erschien noch eine weitere, sehr schöne Videoanleitung von pattydoo (bzw. der DaWanda Nähschule), in der gezeigt wird, wie man einen Loopschal näht - wäre das doch bloß ein klitzekleines bisschen früher der Fall gewesen... ;)

Aber ich hoffe, dass wir die Schals möglichst bald bis zum nächsten Winter einmotten können!

Bis bald,
die Basteltante

Dienstag, 2. April 2013

[Anleitung] Ganzgewebeband

Da wir in einer der vorhergehenden Anleitung einen Buchblock hergestellt haben, machen wir uns jetzt daran, daraus ein Buch zu machen. Wie man daraus einen Halbgewebeband macht, habe ich ja bereits gezeigt. Heute erkläre ich, wie man einen Ganzgewebeband hestellt. Dazu brauchen wir:
  • Buchbinderleinen oder Bibliotheksleinen
  • Graupappe 1,5 mm oder 2 mm
  • Schrenzpappe
  • Packpapier
  • Kaschierleim (wir verwenden hierzu Elasta N von Planatol)
  • (Leim-)Pinsel
  • Cutter
  • Lineal
  • Falzbein
  • 2 Bretter
  • 4 Schraubzwingen
Sollten irgendwelche Begriffe nicht ganz klar sein, dann sollten sie im Glossar zu finden sein. Falls nicht könnt Ihr aber auch einen Kommentar hinterlassen, ich werde mich dann bemühen, alle Unklarheiten zu beseitigen. Auch bei anderen Fragen solltet Ihr Euch nicht scheuen, nachzufragen.

Zunächst muss man die Deckel für die Einbanddecke zuschneiden. Dazu misst man die Höhe des Buchblocks ab und gibt 6 mm (3 mm Kante oben und 3 mm Kante unten) zu. Das ist die Höhe der Deckel. Für die Breite misst man die Breite des Buchblocks ab der (Falz-)Kante, die durch das Abpressen entstanden ist, und gibt hier 3 mm zu. Das ist die Breite der Deckel. Man kann auch den Buchblock auf die Graupappe entsprechend auflegen und die Kanten per Augenmaß zugeben. Dabei liegt die (Falz-)Kante auf der Kante der Graupappe. Als nächstes schneidet man die Deckel mit Cutter und Lineal zu oder bedient sich dazu einer Pappschere. Mit einem Streifen Papier, den man um den Rücken des Buchblocks legt, kann man dessen Dicke abmessen. Nun schneidet man einen Streifen Schrenzpappe in der Dicke des Buchblocks und der Höhe der Buchdeckel abzüglich eines Millimeters als Rückeneinlage zu. Als letztes schneidet man ein Stück Packpapier so zu, dass es in der Breite die Breite der Rückeneinlage plus etwa 5 cm hat und in der Höhe minimal kürzer als diese ist.

Zugeschnittene Teile für die Decke

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