Mittwoch, 6. März 2013

Praktikum Teil 1

Da ich nur als Quereinsteiger zur Buchbinderei gekommen bin, gibt es für mich noch mehr zu lernen, als dies sonst der Fall wäre. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen und mir die Gelegenheit zu geben einige Grundlagen zu erlernen, die bei uns in der Werkstatt eher selten gebraucht werden, die aber dennoch für ein tieferes Verständnis sorgen, habe ich im Dezember und im Januar jeweils zwei Wochen Praktikum in einer anderen (Hand-)Buchbinderei gemacht. Dabei sind - war ja nicht anders zu erwarten - einige Bücher entstanden, die ich hier gerne zeigen möchte.

Zunächst habe ich einige Buchblöcke geheftet, aus denen dann ganz normale Schreibbücher (Notiz- oder Tagebücher) geworden sind.



Man sieht, dass ich zwei verschiedene Einbandmotive verwendet habe. Darüber hinaus hat jedes Buch unterschiedliiche Ecken. Eines hat "normale" Leinenecken, eines hat kleine kaum sichtbare Leinenecken, eines hat eine in Leinen eingeschlagene Vorderkante und ein weiteres hat abgerundete mit Leinen bezogene Ecken. Dies stellt einen recht guten Querschnitt dar, in welche Formen Ecken eines Bucheinbandes mit Leinen gefertigt werden.

Die nächsten beiden Bücher sind ebenfalls handgeheftet (wie eigentlich alle hier gezeigten Exemplare).

Hier habe ich auf darauf verzichtet, die Ecken mit Leinen zu überziehen. Diese beiden Exemplare bieten sich aufgrund des Einbandmotivs als Kochbücher an.

Wie ich schon in meiner Anleitung geschrieben habe, gehört auch das Anfertigen von Kästen zu den Tätigkeiten eines Buchbinders. Zwar mache ich das in unserer Werkstatt auch, aber der Meister im Praktikum wollte dennoch mal sehen, wie ich das so mache. Das Ergebnis sieht man oben.

Auch eine witzige Idee ist das folgende Buch, bei dem der Meister mir einen Stoß Papierbögen hinlegte, die ich heften sollte.

Kann man hier schon erahnen, dass das Format mit seinen 25cm x 7,5cm doch eher ungewöhnlich ist, so wird das bei dem nächsten Bild erst recht deutlich, das Seitenverhältnis wurde nicht bearbeitet.


Die größten Schwierigkeiten waren das Beschneiden des Buchblocks im rechten Winkel und das Anpappen des Blocks in die Einbanddecke.

Auch mit Leder wollte ich unbedingt einmal arbeiten.

Dabei sind diese drei Halblederbände entstanden. Bei der Position der Zierbünde (die "Knubbel" auf dem Buchrücken) habe ich etwas variiert, um die verschiedenen Wirkungen zu sehen.


Was passt als Überzug besser zu Leder als klassisches Marmorpapier? Auch die Ecken des linken Bandes sind aus Leder, die anderen beiden haben ganz kleine und kaum sichtbare Leinenecken. Ein solch dickes Buch in einer wertvollen Lederausstattung verdient dann natürlich auch ein Lesebändchen.

Nicht weniger groß und schwer sind diese beiden Zeitschriftenbände. Die fertigen Buchblöcke (diese sind mit Leim gebunden und nicht geheftet) lagen schon seit den späten 90ern in der Werkstatt und wurden nie abgeholt. Also habe ich dafür zwei Einbanddecken (eine als Ganzgewebedecke und eine als Halbdecke) angefertigt. Besonderes Augenmerk war dabei darauf zu legen, dass die Titelprägung bei beiden Büchern gleiche Abstände zum Fuß aufweist.

Dies ist ein Teil der Bücher, die ich in meinem Praktikum gebunden habe. In einem zweiten Eintrag werde ich noch weitere Exemplare kurz vorstellen. Ihr könnt mir aber gerne schonmal Rückmeldung zu den hier gezeigten Stücken geben.

Euer Bücheronkel

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